EU-Kommission will Zugang zu Kleinkrediten verbessern
Die EU-Kommission hat am 19.11.2007 Vorschläge für eine bessere Förderung von Kleinstkrediten veröffentlicht. Ziel der Initiative ist es, für Kleinstunternehmen, Arbeitslose und andere Menschen, die normalerweise keine Bankkredite bekommen, den Zugang zu Finanzierungen zu verbessern und ihnen so die Gründung eines eigenen Unternehmens zu ermöglichen. Dies soll in erster Linie durch die Förderung von Mikro-Finanzinstituten geschehen, die durch eine neue europäische "Fazilität" (Kreditlinie / Einrichtung, die Kreditmöglichkeiten einräumt) unterstützt werden sollen.
Die drei Kernpunkte der Initiative:
- Besseres Umfeld für das Kleinstkreditgeschäft: Die Mitgliedstaaten sollen ihre institutionellen, gesetzlichen und gewerblichen Rahmenbedingungen so anpassen, dass ein günstigeres Umfeld für die Entwicklung des Kleinstkreditgeschäfts entstehen kann.
- Einrichtung einer neuen "Fazilität": Außerdem soll auf EU-Ebene eine neue "Fazilität" eingerichtet und mit eigenem Personal ausgestattet werden, die den Aufbau von außerhalb des Bankensektors angesiedelten Mikro-Finanzinstituten in den Mitgliedstaaten unterstützen und die Mikro-Finanzinstitute beraten soll. So sollen die Kleinstkreditgeber etwa in die Lage versetzt werden, als eine Art Mentor den Kreditnehmer beim Aufbau eines erfolgreichen Geschäfts zu unterstützen.
- Fonds für Kleinkredite: Um mehr Kapital für Kleinstkreditgeber zu erschließen, soll zudem im Rahmen der neuen Fazilität ein Fonds für Kleinstkredite eingerichtet werden. Dieser soll den Mikro-Finanzinstituten bei der Finanzierung ihrer Kreditvergabetätigkeit helfen.
Die Aufgaben der neuen "Fazilität" im Einzelnen:
Die neue "Fazilität" soll Marktanalysen durchführen, Leitlinien ausarbeiten und Schulungskurse insbesondere zum Ausbau der Mentoren-Kapazitäten fördern. Finanzielle Unterstützung soll durch die von der EU-Kommission verwalteten Strukturfondsmittel für technische Hilfe gewährt werden. Die neue Fazilität soll innerhalb des Europäischen Investitionsfonds (EIF) angesiedelt werden, der bereits seit 2005 für das Programm „JEREMIE“ als Partner der Kommission im Kleinstkreditbereich fungiert.
Von der Entwicklungshilfe lernen
Die EU-Kommission knüpft mit ihren Vorschlägen an Erfahrungen aus dem Bereich der Entwicklungshilfe an. In Entwicklungsländern seien Kleinstkredite höchst erfolgreich eingesetzt werden, so die Kommission. Kleinstkredite von durchschnittlich 10.000 Euro (höchstens 25.000 Euro) könnten auch innerhalb der EU zu mehr Wirtschaftskraft führen, indem Personen, die üblicherweise keine Bankkredite bekommen würden, der Sprung in die Selbständigkeit ermöglicht würde.
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Verlag Dr. Otto-Schmidt vom 23.11.2007 13:53
Quelle: EU-Kommission PM vom 19.11.2007