Seminar Online

Der Anfechtungsprozess

Angriff und Verteidigung auf Basis der Indizienrechtsprechung des BGH, des COVInsAG und des StaRUG (ZIP-Online-Tagung)

Anmelde-Hotline: 0221-93738-656
Themen
  • § 133 InsO – Vermutungen, Indizien und Erfahrungssätze
  •  Änderungen bei der Vorsatzanfechtung: das BGH-Urteil vom 6.5.2021 – IX ZR 72/20
  • Weitere aktuelle Rechtsprechung des BGH, §§ 134 und 135 InsO
  • Speditionspfandrecht und Eigentumsvorbehalte im Anfechtungsprozess
  • Toxische AGB-Klauseln auf dem Prüfstand
  • Voraussetzungen der Unanfechtbarkeit nach COVInsAG / StaRUG
  • Internationales Anfechtungs- und Anfechtungsprozessrecht (EU, GB, USA, Schweiz)
Programm

Vortrag 1: 9.00 Uhr – 11.00 Uhr
Christine Borries

I. Gemeinsame Tatbestandsvoraussetzungen (§ 129 InsO)

  • Einführung
  • Anknüpfungspunkt Zahlungseinstellung / Zahlungsunfähigkeit
  • Betroffene Rechtshandlungen, insb. (Nach-)Besicherung, Zwangsvollstreckung
  • Gläubigerbenachteiligende Wirkung (mittelbar/unmittelbar)

II. § 133 Abs. 1 – 3 n.F. InsO – Vorsatzanfechtung

  • Struktur, ratio legis, Reformgesetz v. 29.3.2017
  • Abgrenzung zur Deckungsanfechtung
  • Gläubigerbenachteiligungsvorsatz des Schuldners:
  • Kenntnis des Anfechtungsgegners

III. §§ 130, 131 InsO – Deckungsanfechtung

  • Bedeutung und Abgrenzung zu § 133 Abs. 1 InsO
  • Inkongruenz: Zwangsvollstreckungsmaßnahmen, Leistungen durch Dritte

IV. Die Privilegierungstatbestände des § 2 COVInsAG

  • Voraussetzung:
  • Aussetzung der Insolvenzantragspflicht (§ 1 COVInsAG)
  • Voraussetzungen, Zeitfenster (4 Versionen)
  • Beweislastverteilung > Erkenntnismöglichkeiten des Gläubigers
  • (privilegierter) Kreditierungs-/Stundungszeitraum
  • (privilegierter) Rückzahlungszeitraum
  • Die einzelnen Privilegierungstatbestände, § 2 Abs. 1 Ziff. 1 bis 5 COVInsAG
  • Zusammenfassung

11.00 Uhr – 11.30 Uhr
Pause

Vortrag 2: 11.30 Uhr – 13.30 Uhr
Barbara Brenner

I. Die Entwicklung des § 133 InsO – von der actio pauliana zur Kongruenzanfechtung des § 133 n.F. InsO

II. Prozessuale Situation („Indizienprozess“)

  • Indizien, Vermutungen und Erfahrungssätze – das (starke) Fundament der Vorsatzanfechtung
  • Qualifizierter Gegenvortrag der Anfechtungsgegners, primäre und sekundäre Beweislastverteilung

III. Der (angebliche) Vorsatz des Schuldners:

  • Falschen Sachvortrag und Sachverhaltslücken erkennen
  • Bewusstsein als Vorsatzelement wiederentdeckt
  • Der Schuldner als Zeuge (Fallstudie)

IV. Die (vermutete) Kenntnis des Anfechtungsgegners

  • Schleppende Zahlungen und Ratenzahlungsvereinbarungen
  • Zahlungsunfähigkeit oder kluge Liquiditätssteuerung?
  • Statistik und Erfahrungswerte als objektive Anknüpfungspunkte

V. Wegfall der gläubigerschädigenden Wirkung beim sog. „Aktiva-Tausch“

  • AGB-Eigentumsvorbehalt (insb. Kontokorrentvorbehalt)
  • gesetzl. Spediteurpfandrecht

VI. Konsequenzen für die Vertragsgestaltung:

  • nachteilige AGB-Klauseln
  • Stundungs- und Ratenzahlungsvereinbarungen 

VII. Der Internationale Anfechtungsprozess nach der EuInsVO (2015)

13.30 Uhr – 14.00 Uhr
Pause

Vortrag 3: 14.00 Uhr – 16.00 Uhr
Dr. Heinrich Schoppmeyer

I. Überblick über die aktuelle Rechtsprechung des BGH
II. Anfechtungsfreistellung und Verlängerung der Anfechtungsfristen nach dem StaRUG

16.00 Uhr – 16.30 Uhr
Diskussion

16.30 Uhr
Ende der Tagung 

Kooperation / Sponsoring

Ihr Nutzen
Das Insolvenzanfechtungsrecht ist seit Jahren in Bewegung. Die Rechtsprechung des BGH gestaltet sich zunehmend differenzierter und auch das Anfechtungsreformgesetz vom 29.03.2017 ist inzwischen in der Praxis angekommen. Gleichzeitig werden künftig die Besonderheiten des COVInsAG und des StaRUG zu berücksichtigen sein. Schwerpunkte liegen auf den Anfechtungstatbeständen der §§ 133 Abs. 1, 134 und 135 InsO jeweils in der Fassung des Anfechtungsreformgesetzes, der aktuellen Indizienrechtsprechung des BGH sowie den Voraussetzungen und Grenzen der Privilegierung eigentlich anfechtbarer Leistungen nach dem COVInsAG und dem StaRUG. RiBGH Dr. Heinrich Schoppmeyer erläutert aus erster Hand die aktuellen Entwicklungen der Rechtsprechung des BGH zu den Anfechtungstatbeständen der §§ 133, 134 und 135 InsO und behandelt auch die Anfechtungsfreistellungen nach §§ 89–91 StaRUG. Topaktuell: Auch das BGH-Urteil v. 6.5.2021 – IX ZR 72/20 findet Berücksichtigung. Am Ende der Tagung haben die Teilnehmer Gelegenheit zu einer offenen Diskussion mit allen Referenten.
Zielgruppe
Syndikusrechtsanwälte und Kreditsachbearbeiter in Unternehmen, Banken und Sozialversicherungsträger, Insolvenzverwalter, Fachanwälte für Insolvenzrecht, Rechtsanwälte mit Schwerpunkt Insolvenzrecht.
Ort
Online am 27. Oktober 2021
ZIP-Tagung
Zoom 1
50968 Online
marker Anfahrt auf Google Maps
Tel.: 0221 93738 656
Buchung
Teilnehmer

6.5 Zeitstunden gem. § 15 FAO

Referenten

Portrait von Christine Borries
Christine Borries LL.M. (Sydney) Rechtsanwältin, Hogan Lovells International LLP 
Portrait von Barbara Brenner
Barbara Brenner Rechtsanwältin, Kanzlei Brenner, Bonn
Dr. Heinrich Schoppmeyer  RiBGH, Karlsruhe 
Kooperation Verlag Dr. Otto Schmidt und Deutsche Bahn
DB Kooperation
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