Kriminalistik Unabhängige Zeitschrift für die kriminalistische Wissenschaft und Praxis
Bereits seit über 75 Jahren erscheint KRIMINALISTIK als unabhängige Zeitschrift für die kriminalistische Wissenschaft und Praxis. Sie behandelt regelmäßig Themen u.a. aus den Bereichen Kriminalpolitik, Kriminologie, Kriminaltechnik, Kriminalprävention, Strafrecht, Polizeiliche Aus- und Fortbildung sowie Rechtsmedizin. Inklusive Online-Archiv der Kriminalistik seit 1999.
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Beschreibung
Die Kriminalistik liefert in 11 Ausgaben pro Jahr fundierte Informationen und Beiträge kompetenter Fachleute zu aktuellen Themen aus den Bereichen Kriminalpolitik, Kriminalistik, Kriminologie, Kriminaltechnik, Kriminalprävention, Strafrecht, Polizeiliche Aus- und Fortbildung und Rechtsmedizin. Rubriken wie Recht Aktuell, Kriminalistik Schweiz, Kriminalistik-Campus sowie Literatur runden den Inhalt ab.
Umfassende Informationen zur aktuellen Ausgabe und Online-Archiv mit Zugriff für Abonnenten auf die Inhalte aller Kriminalistik-Ausgaben seit 1999 auf www.kriminalistik.de.
Erscheinungsweise:
11 x jährlich
Aktuelles Heft
Heft 6/2026
Editorial
Faßbender, Joachim / Martin, Sigmund P., Editorial, Krimi 2026, 321
Beiträge
Herden, Frederik / Scholz, Manfred / Pfeiffer, Tim / Fischer, Michelle, Dunkelfeld Postversand, Krimi 2026, 322-329
Vor fünf Jahren wurde die gesetzliche Anzeigepflicht der Postdienstleister bei Zufallsfunden verdächtiger Postsendungen ausgeweitet. Damit eröffnen sich neue Ermittlungs- und Auswerteansätze durch die zentral in Marburg vorgehaltene, für die Bearbeitung von sog. unanbringlichen Postsendungen zuständige, spezialisierte Dienststelle “Polizeiliche Ermittlungen Postversand“ (PEP), wie die nachfolgenden Ausführungen aufzeigen.
Ackerschott, Frank Stephan, Prompt Engineering und ACH: Systematische Bias-Kontrolle in der Ermittlungsanalyse – Teil 2, Krimi 2026, 329-333
Large Language Models werden bei OSINT zunehmend zur Verdichtung heterogener Daten genutzt – und können dabei unbemerkt scheinbar evidenzbasierte Lagebilder formen. Der 1. Teil des Beitrags ging auf mit der Prompt-Rahmung verknüpfte kognitive Verzerrungen und modellbedingte Konfabulationen ein und begann mit der Darstellung des ACH-Prompting als methodischer Gegenentwurf (s. Kriminalistik 5/2026, S. 258). Diese wird nachfolgend im 2. Teil fortgesetzt und durch Governance-Leitplanken (z. B. Dokumentation, Unsicherheitsmarkierung, Quellenpflicht) operationalisiert.
Frey, Matthias, Zehn Jahre “Nein heißt Nein!“, Krimi 2026, 333-342
Die mit dem 50. Strafrechtsänderungsgesetz in Kraft getretene Reform des Sexualstrafrechts markiert einen grundlegenden Wandel der dogmatischen und praktischen Ausrichtung dieses Rechtsgebiets. Zehn Jahre nach Inkrafttreten der Reform nimmt der Beitrag eine langfristig angelegte Bestandsaufnahme der Auswirkungen auf die Strafverfolgungspraxis vor. Im Zentrum stehen dabei die Handhabbarkeit der neu gefassten Tatbestände und die Einordnung neuer Phänomene, Anpassungen der Verfahrensorganisation und mögliche Divergenzen zwischen den mit der Reform verfolgten Zielsetzungen und ihren unmittelbaren Wirkungen in der Praxis.
Ebadi, Siawash, Welches Ausmaß hat die Ausländerkriminalität in Deutschland?, Krimi 2026, 343-348
Die Debatte um die Kriminalitätsbelastung durch nichtdeutsche Tatverdächtige wird oft von methodischer Skepsis gegenüber der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) geprägt. Dieser Beitrag untersucht die Kritik anhand der bereinigten PKS-Daten 2024 und der Justizvollzugsstatistik. Die Analyse zeigt: Trotz Dunkelfeldproblematik belegen die Justizdaten und Tatverdächtigenbelastungszahlen eine tatsächliche Überrepräsentation Nichtdeutscher bei schweren Gewaltdelikten. Zur Erklärung müssen neben demographischen und soziostrukturellen Aspekten auch kulturalistische Faktoren einbezogen werden.
Mehling, Tobias David / Kischkel, Pia / Wollesen, Alina / Schneider, Corinna / Fischbach, Bruno / Morfeld, Matthias, Subjektives Sicherheitsempfinden und Lebensqualität in der Altmark, Krimi 2026, 348-354
Das Subjektive Sicherheitsempfinden der Bevölkerung ist in den vergangenen Jahren immer mehr in den Fokus kriminologischer Forschung gerückt. Es hat vielfältige Implikationen auf das individuelle Verhalten und damit auch auf Politik und institutionelles Handeln. Seine Bedeutung erfährt inzwischen auch auf kommunaler Ebene verstärkt Beachtung, allerdings hat hier die wissenschaftliche Betrachtung erst zögerlich und vereinzelt eingesetzt. Der folgende Beitrag fasst die Ergebnisse einer Befragung in ausgewählten Kommunen der Altmark zusammen.
Anonym, , Aktive Maßnahmen russischer Geheimdienste – Teil 2, Krimi 2026, 354-366
Auf der Grundlage öffentlich zugänglicher Analysen und Datensätze bietet der zweite Teil der Beitragsreihe einen quantitativen Überblick über russische verdeckte Operationen in Europa, deren regionale Schwerpunkte, Zielsetzungen und Methoden. Darüber hinaus werden auf Basis statistischer Erhebungen die Profile jener Personen beschrieben, die von russischen Geheimdiensten für ihre Aktionen im Betrachtungszeitraum (2022-2025) rekrutiert wurden. Ziel ist es, die einzelnen Befunde in einen Gesamtkontext einzuordnen. Einleitend wird zudem das Konzept der “reflexiven Steuerung“ vorgestellt, das aus Sicht des Verfassers den Zweck und die Funktionsweise aktiver Maßnahmen russischer Geheimdienste präzise beschreibt.
Recht aktuell
OLG Hamm v. 27.11.2025 - 3 ORs 50/25 / Vahle, Jürgen, Zum Hausrecht in einem Pflegeheim, Krimi 2026, 367-368
BayObLG v. 9.10.2025 - 206 StRR 326/25 / Vahle, Jürgen, Unterschlagung bei Nichtrückgabe eines Mietwagens, Krimi 2026, 368
BGH v. 21.10.2025 - 4 StR 430/25 / Vahle, Jürgen, “Nicht geringe“ Menge bei Rauchopium, Krimi 2026, 369
OLG Köln v. 9.12.2025 - 1 ORs 231/25 / Vahle, Jürgen, Ausländereigenschaft (grundsätzlich) kein Strafschärfungsgrund, Krimi 2026, 369-370
Kriminalistik – Schweiz
Léger, Stève, Cyberkriminalität im Wallis, Krimi 2026, 371-373
Die Sicherheitslage im Kanton Wallis in der Schweiz ist insgesamt entspannt. Doch während die herkömmlichen Straftaten rückläufig sind, nimmt die Cyberkriminalität exponentiell zu. Die hier vorgestellte Studie, die auf einem Literaturreview und sechs Experteninterviews beruht, analysiert die Hauptbedrohungen für Private, die psychischen Mechanismen bei den Opfern und die Wirksamkeit der aktuellen Präventionsdispositive. Es zeigt sich, dass die Prävention der zentrale Hebel, aber nicht genügend zielgerichtet ist. Zum Schluss wird ein operativer Massnahmenplan formuliert, der auf der Segmentierung nach Zielgruppen, der geografischen Nähe der Botschaften und einem systemischen Ansatz beruht, der alle gesellschaftlichen Akteure einbezieht.
Kriminalistik – Campus
Theißen, Michael, Die europäische Strategie zur Bekämpfung transnational organisierter Rauschgiftkriminalität, Krimi 2026, 374-378
Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit hat in Europa aufgrund sich ändernden Täterverhaltens und neuer Kriminalitätsformen einen erheblichen Bedeutungszuwachs erfahren. Wie die jüngsten Erfahrungen im Zusammenhang mit der Intensivierung der Grenzkontrollen an den Grenzen zu Polen, Tschechien, Österreich und der Schweiz zeigen, reichen die Ausgleichsmaßnahmen im Schengen Raum zur Gewährleistung der Inneren Sicherheit der Mitgliedstaaten offenkundig nicht aus, um ein vergleichbares Niveau zum status quo ante zu erreichen. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit von Justiz und Polizei stellt einen wesentlichen Baustein im Gesamtkonstrukt der Ausgleichsmaßnahmen dar und gründet auf multilateralen Verträgen sowie bilateralen Abkommen mit jeweils unterschiedlichen Regelungsgehalten. Dabei normieren bilaterale Verträge regelmäßig weitergehende Befugnisse als bspw. das Schengener Durchführungsübereinkommen (SDÜ) oder der Prümer Vertrag (PrümV) und können insofern als Weiterentwicklung im zwischenstaatlichen Verhältnis betrachtet werden. Dieser Fortentwicklung ist jedoch immanent, dass sich die Bekämpfung internationaler Kriminalitätsphänomene je nach betroffenen Staaten divers gestaltet, wie in vorliegendem Beitrag am Beispiel der Rauschgiftkriminalität dargestellt wird. Der Beitrag ist als Hausarbeit im Masterstudiengang “Öffentliche Verwaltung – Polizeimanagement“ an der Deutschen Hochschule der Polizei entstanden. (Redaktion: Joachim Faßbender)
Franzke, Bettina / Sasse, Simon, Polizisten- und Polizistinnenkinder, Krimi 2026, 379-384
In qualitativen Interviews mit Polizeistudierenden wurde untersucht, welche Motive und Erfahrungen dazu führen, dass junge Menschen sich für den Polizeiberuf entscheiden, wenn bereits ein Elternteil bei der Polizei tätig ist. Die Ergebnisse zeigen, dass der Wunsch, helfen zu wollen, die Perspektive einer abwechslungsreichen Tätigkeit sowie die Arbeitsplatzsicherheit wichtige Berufswahlmotive darstellen. Es ist erkennbar, dass es sich beim Polizeiberuf nicht nur um einen Beruf, sondern eine Berufung handelt. Dass die Befragten mit ihrer Berufswahl zufrieden sind und sie mit realistischen Erwartungen die Ausbildung begannen, hängt mit Erfahrungen im Elternhaus zusammen: Die Sozialisation der Befragten war geprägt von den Erzählungen der Eltern, wodurch sie zahlreiche Einblicke erhielten. Von Vorteil für den Zugang zum Polizeiberuf waren darüber hinaus Informationen und Beratung im Elternhaus. Auch während der Ausbildung unterstützen die Eltern ihre Kinder, u.a. mit ihren Netzwerken. Es werden Empfehlungen für die Personalgewinnung und das Diversity-Management der Polizei abgeleitet. (Redaktion: Prof. Dr. Sigmund Martin)
Autoren und Redaktion
KD i.H. Joachim Faßbender, Prof. Dr. Sigmund P. Martin, LL.M. (Yale)
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