Kriminalistik Unabhängige Zeitschrift für die kriminalistische Wissenschaft und Praxis
Bereits seit über 75 Jahren erscheint KRIMINALISTIK als unabhängige Zeitschrift für die kriminalistische Wissenschaft und Praxis. Sie behandelt regelmäßig Themen u.a. aus den Bereichen Kriminalpolitik, Kriminologie, Kriminaltechnik, Kriminalprävention, Strafrecht, Polizeiliche Aus- und Fortbildung sowie Rechtsmedizin. Inklusive Online-Archiv der Kriminalistik seit 1999.
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Beschreibung
Die Kriminalistik liefert in 11 Ausgaben pro Jahr fundierte Informationen und Beiträge kompetenter Fachleute zu aktuellen Themen aus den Bereichen Kriminalpolitik, Kriminalistik, Kriminologie, Kriminaltechnik, Kriminalprävention, Strafrecht, Polizeiliche Aus- und Fortbildung und Rechtsmedizin. Rubriken wie Recht Aktuell, Kriminalistik Schweiz, Kriminalistik-Campus sowie Literatur runden den Inhalt ab.
Umfassende Informationen zur aktuellen Ausgabe und Online-Archiv mit Zugriff für Abonnenten auf die Inhalte aller Kriminalistik-Ausgaben seit 1999 auf www.kriminalistik.de.
Erscheinungsweise:
11 x jährlich
Aktuelles Heft
Heft 4/2026
Editorial
Faßbender, Joachim / Martin, Sigmund P., Editorial, Krimi 2026, 193
Beiträge
Teichmann, Fabian, Deepfake-Imitation und Betrug durch KI-generierte Medien, Krimi 2026, 194-200
Die rapide Verbreitung generativer KI hat zu einer neuen Dimension digitaler Täuschung geführt: Deepfakes ermöglichen die täuschend echte Imitation von Stimmen, Gesichtern und Handlungen realer Personen und werden zunehmend für betrügerische Zwecke eingesetzt. Besonders gefährlich sind KI-gestützte Stimmenklone, die bei sog. CEO-Fraud- und Schockanruf-Szenarien zu erheblichen Vermögensschäden führen. Deepfake-Videos und synthetische Identitäten untergraben das Vertrauen in audiovisuelle Beweise und erschweren die Strafverfolgung. Der Beitrag untersucht die zentralen rechtlichen Herausforderungen, die sich aus diesen Entwicklungen ergeben – von Beweisproblemen und Persönlichkeitsrechtsverletzungen über Haftungsfragen der KI-Anbieter bis hin zu grenzüberschreitender Strafverfolgung. Er analysiert aktuelle Regelungsansätze wie den EU AI Act, den Digital Services Act sowie den geplanten § 201b StGB zum strafrechtlichen Schutz vor Deepfakes. Im Ergebnis zeigt sich, dass bestehende Strafnormen zwar vielfach anwendbar bleiben, jedoch durch spezifische Ergänzungen und internationale Kooperation weiterentwickelt werden müssen, um Deepfake-Betrug effektiv zu bekämpfen.
Ettmann, Anna Christina, Pädophilie und pädophile Straftäter, Krimi 2026, 201-208
Pädophilie ist ein stark stigmatisiertes und emotional aufgeladenes Thema, das in der öffentlichen Diskussion häufig mit Unsicherheit, Angst und Vorurteilen behaftet ist. Menschen mit pädophilen Neigungen gelten als latente Bedrohung für alle Kinder; sie werden in der Gesellschaft verachtet und ausgegrenzt. In der öffentlichen Wahrnehmung werden pädophile Personen oft fälschlicherweise mit Kindes-Missbrauchstätern gleichgesetzt, obwohl nur ein Teil der Betroffenen seine sexuellen Impulse nicht kontrollieren kann und straffällig wird.
Olecká, Ivana / Smolík, Josef, Verkehrsunfälle unter dem Einfluss psychoaktiver Substanzen in der Tschechischen
Republik (2016–2024), Krimi 2026, 208-220
Der Konsum psychoaktiver Substanzen bleibt ein zentraler Faktor der
Verkehrssicherheit und ein bedeutender Bereich polizeilicher Praxis. Diese Studie
analysiert Unfalldaten in der Tschechischen Republik aus den Jahren 2016–2024, in
denen Alkohol oder andere Substanzen festgestellt wurden. Untersucht werden
Häufigkeit, Tätermerkmale und Einflussfaktoren wie Änderungen der Methodik oder
Intensität der Kontrollen. Die Ergebnisse weisen auf Alkohol hin, aber es sind auch
Anstiege anderer Substanzen sowie zahlreiche Fälle ohne genaue Bestimmung zu
beobachten. Die Befunde ermöglichen eine bessere, gezieltere Prävention und liefern
kriminalistisch relevante Erkenntnisse.
Franz, Franziska / Wollinger, Alexander, “Violence-as-a-Service“, Krimi 2026, 220-224
“Violence-as-a-Service“ (VaaS) beschreibt die Auslagerung von Gewalthandlungen an Dritte, oft junge, minderjährige Täter*innen, durch organisierte kriminelle Netzwerke, die überwiegend online über Social Media, Chat-Plattformen und Gaming-Seiten rekrutiert werden. Der Beitrag gibt einen Überblick über den derzeitigen Forschungsstand zu Rekrutierungsprozessen, Täterprofilen und Netzwerkstrukturen. Zudem werden Herausforderungen für Prävention und Strafverfolgung beleuchtet, um Ansatzpunkte für eine evidenzbasierte Weiterentwicklung kriminalpräventiver Maßnahmen im Kontext eines sich wandelnden Gewaltmarktes zu skizzieren.
Metzler, Fabian, Wer bin ich und wie viele?, Krimi 2026, 224-233
Diese Studie untersucht, ob und wie sich Persönlichkeiten im Polizeidienst unterscheiden und entwickeln. Auf Basis des Fünf-Faktoren-Modells wurden 970 Polizeikräfte eines bayerischen Polizeipräsidiums befragt und drei Tätigkeitsfeldern (Wach- und Streifendienst, Ermittlungen, Stab und Verwaltung) zugeordnet. Die Ergebnisse zeigen einerseits signifikante Unterschiede in Offenheit, Verträglichkeit und Gewissenhaftigkeit. Darüber hinaus liefern sie Hinweise auf tendenziell negative Entwicklungen bei längerer Verweildauer im selben Tätigkeitsfeld. Die Befunde liefern praxisrelevante Impulse für Personalauswahl und -entwicklung, Führung und Gesundheitsmanagement. Bei diesem Aufsatz handelt es sich um einen Ausschnitt aus einer Masterarbeit, die im Rahmen des Masterstudiengangs “Öffentliche Verwaltung – Polizeimanagement“ an der Deutschen Hochschule der Polizei verfasst wurde.
Recht aktuell
BGH v. 2.7.2025 - 5 StR 180/25 / Vahle, Jürgen, Eigenmächtiger Verkauf gestohlener Fahrräder aus polizeilicher Asservatenkammer, Krimi 2026, 233-234
BGH v. 20.8.2025 - 1 StR 326/25 / Vahle, Jürgen, Grenzwert für nicht geringe Menge bei “ADB-BINACA“, Krimi 2026, 234-235
BayObLG v. 17.9.2025 - 201 StRR 59/25 / Vahle, Jürgen, Nötigung eines Lokführers durch Transparent auf Bahngleis, Krimi 2026, 235-236
Literatur
Soiné, Michael, Lisken/Denninger/Bäcker, Handbuch des Polizei- und Sicherheitsrechts. Gefahrenabwehr – Strafverfolgung – Rechtsschutz, Krimi 2026, 236
Kriminalistik – Schweiz
Anonym, , Präventive Vermögensabschöpfung: Wo steht die Schweiz?, Krimi 2026, 237-241
Der nachfolgende Beitrag zeigt die Lücken bei der Vermögensabschöpfung in der Schweiz auf, beschreibt das italienische Modell und leitet daraus ab, wie das Abwehrdispositiv der Schweiz gestärkt werden könnte. Nicht Gegenstand des Beitrages ist ein konkreter Lösungsansatz. Ein solcher wird in den anstehenden Rechtsetzungsarbeiten im Rahmen der Strategie OK erarbeitet.
Kriminalistik – Campus
Schäfer, Nils, Illegale Beeinflussung von Sportwetten, Krimi 2026, 242-250
Der Aufsatz, dem eine wesentlich umfangreichere Bachelor-Thesis zugrunde liegt, befasst sich mit der illegalen Beeinflussung von Sportwetten und untersucht die Wichtigkeit der Bekämpfung derartiger Straftaten. Im Speziellen wird die Frage beantwortet, durch welche Präventionsmaßnahmen Sportverbände und der Staat der Begehung von Spielmanipulationen entgegenwirken können. Außerdem wird vor dem Hintergrund eines expandierenden Wettmarktes, der sich auch auf den Amateursport ausbreitet, ergründet, welche Konsequenzen daraus für das repressive Handeln der Polizei erwachsen. Letztlich war festzustellen, dass die Strukturen und die Zusammenarbeit des Staates und der Verbände zwar in den letzten Jahren ausgebaut wurden, es jedoch an der Entschlossenheit fehlt, diese Strukturen zu nutzen, um durch Kooperationen wirksam gegen Spielmanipulationen vorzugehen. (Redaktion: Prof. Dr. Sigmund Martin)
Siebentritt, Jakob, Kriminalstrategische Perspektiven für die Bekämpfung von Kriminalität im Zusammenhang mit Schusswaffen aus dem 3D-Druck, Krimi 2026, 251-256
Die Herstellung von Waffen mittels 3D-Drucks wurde bereits bei Herstellung der Marktreife von 3D-Druckern in Sicherheitskreisen diskutiert. Auch wenn sich das bereits seinerzeit vermutete Gefahrenpotential – gemessen am polizeilichen Hellfeld – bislang quantitativ nicht realisiert hat, ist mit Blick auf die technische Entwicklung und zunehmende Bedeutung von sog. Low-Level-Agents im Bereich der Organisierten Kriminalität und der sog. Hybriden Bedrohungen sowie sich selbst radikalisierender Personen (Lone Wolf-Phänomen) mit einer zunehmenden Relevanz zu rechnen. Gerade dieser Personenkreis verfügt nur über eingeschränkte Möglichkeiten zur Beschaffung konventioneller Waffen, ist jedoch – zumindest im letzten Fall – internetaffin. Ferner kann bereits die Verwendung in einzelnen herausragenden kriminalpolizeilich relevanten Sachverhalten ein engeres Monitoring und die Entwicklung von Bekämpfungskonzepten nahelegen. Gleichwohl ist vor dem Hintergrund beschränkter Ressourcen das Aufwand-Nutzen-Verhältnis abzuwägen. Eine umfassende Auseinandersetzung, insbesondere mit Bekämpfungsmöglichkeiten, leistet der nachfolgende als Prüfungsleistung im Masterstudiengang “Öffentliche Verwaltung – Polizeimanagement“ an der Deutschen Hochschule der Polizei entstandene Beitrag. (Joachim Faßbender)
Autoren und Redaktion
KD i.H. Joachim Faßbender, Prof. Dr. Sigmund P. Martin, LL.M. (Yale)
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