Kriminalistik Unabhängige Zeitschrift für die kriminalistische Wissenschaft und Praxis

Kriminalistik

Bereits seit über 75 Jahren erscheint KRIMINALISTIK als Unabhängige Zeitschrift für die kriminalistische Wissenschaft und Praxis. Sie behandelt monatlich Themen wie Kriminalpolitik, Kriminologie, Kriminaltechnik, Strafrecht, Polizeiliche Aus- und Fortbildung sowie Rechtsmedizin. Inklusive Online-Archiv der Kriminalistik seit 1999.

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juris PartnerModul Polizeibehörden
Kriminalistik online


ISSN 0023-4699

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Beschreibung

Die Kriminalistik liefert monatlich fundierte Informationen und Beiträge  aus der Feder von Fachleuten zu Themen wie Kriminalpolitik,  Kriminalistik, Kriminologie, Kriminaltechnik, Strafrecht, Polizeiliche  Aus- und Fortbildung und Rechtsmedizin. Rubriken wie Recht Aktuell,  Kriminaltechnik International, Literatur, Kriminalistik Schweiz und  Kriminalistik Österreich sowie Kriminalistik-Campus runden den Inhalt  ab.

Umfassende Informationen zur aktuellen Ausgabe und  Online-Archiv mit kostenlosem Zugriff für Abonnenten auf die Inhalte aller Kriminalistik-Ausgaben seit 1999 auf www.kriminalistik.de

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Erscheinungsweise:
11 x jährlich

Aktuelles Heft

Heft 5/2024

Editorial

Faßbender, Joachim / Martin, Sigmund P., Editorial, Krimi 2024, 257

Beiträge

Hahn, Nikola, Kriminalistisches Denken, Krimi 2024, 258-271

Obwohl die “Kriminalistische Denklehre“ eine mehr als einhundertjährige Geschichte hat, konnte sie sich nicht als eigenständige Methode etablieren. Nach einer Auswertung historischer und aktueller Quellen zum Kriminalistischen Denken in den Teilen I und II der fünfteiligen Artikelserie, wird im Teil III das “Haus des Kriminalistischen Denkens“ (“KD-Haus“) vorgestellt, ein Lehr- und Arbeitsmodell, das die unterschiedlichen Facetten kriminalistischer Gedankenarbeit zusammenführt, systematisiert und visualisiert. Entstanden ist das “KD-Haus“-Modell in Anlehnung an eine Konzeption der Autorin zur Professionalisierung der Vernehmungsarbeit in der hessischen Polizei.

Rittelmeier, Heiko, Mobilfunkgerätevergleichssammlung in der ZITiS, Krimi 2024, 271-274

Sanchez-Hermosilla, Fernando, Feststellung der Täterschaft durch digitale Spuren in einem Schwurgerichtsverfahren, Krimi 2024, 274-280

Digitale personenbezogene Daten werden in vielfältiger Form in unserem alltäglichen Leben erzeugt. Diese können in Strafverfahren in Form digitaler Spuren entscheidend zur Fallaufklärung beitragen. Eine große Herausforderung stellt dabei die zuverlässige Deutung erhobener Daten dar. Im nachfolgenden Beitrag wird die Problematik anhand eines Fallbeispiels verdeutlicht.

Busch, Kerstin / Keßler, Frank / Wiegand, Louis, DNA-Spuren im Erkenntnisverfahren, Krimi 2024, 280-283

Die Entwicklungen im Bereich der DNA-Analytik schreiten stetig voran. Daraus resultierend werden immer wieder auch kleinste Hautpartikel an einem Tatort gesichert und Personen zugeordnet. Oftmals begründet sich daraus ein Tatverdacht. Doch ist der Spurenverursacher tatsächlich der Täter? War er überhaupt am Tatort? Und wann war er da? Diese Fragen stellen sich regelmäßig den Ermittlungsbehörden. Der DNA-Transfer spielt hierbei eine entscheidende Rolle. Mit einem Blick auf einzelne wissenschaftliche Studien, aktuelle Gerichtsurteile, den sich verändernden Strategien der Verteidigung und letztlich den Konsequenzen für die Ermittlungsbehörden soll diese Thematik im Folgenden genauer betrachtet werden.

Mannewitz, Tom, Politisch motiviert, aber nicht extremistisch?, Krimi 2024, 283-290

Der Beitrag plädiert vor dem Hintergrund der Bedeutung der Gewaltfreiheit für die liberale pluralistische Demokratie für eine Reform der behördlichen Gewaltklassifikation. Demgemäß würde jegliche Form von Gewalt(-androhung) als Mittel zur Erreichung politischer Ziele als Indiz für Extremismus klassifiziert – einerseits im PMK-Definitionssystem, andererseits im Verfassungsschutz. Das entspricht nicht nur demokratietheoretischen Erwägungen, sondern auch der Argumentation des BVerfG.

Fiebig, Verena / Kurz, Fabian, “BRD GmbH“ und “Deep State“, Krimi 2024, 291-297

Extremistische Szenen und Milieus reagieren auf gesellschaftliche und politische Ereignisse und Veränderungen. Sie sind damit hoch dynamisch und entwickeln sich fortlaufend weiter. Die Corona-Pandemie mit Beginn im Jahr 2020 hatte einen starken Einfluss auf viele extremistische Bereiche. Reichsbürger/Selbstverwalter, die sich durch ihre fundamentale staatsfeindliche Haltung und einen ausgeprägten Glauben an Verschwörungstheorien auszeichnen, haben vielfach Verschwörungstheorien rund um die Corona-Pandemie und die Impfstoffe gegen COVID?19 in ihre Weltsicht eingebettet. Staatliche Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben sie aufgrund der Überzeugung, die Bundesrepublik Deutschland sei gar kein rechtmäßiger Staat und dürfe daher keine Maßnahmen und Gesetze erlassen, grundlegend abgelehnt. Mit der Corona-Pandemie sind Narrative und Verschwörungstheorien der US-amerikanischen QAnon-Bewegung in Deutschland angekommen. Zunächst im Jahr 2017 als reines Internet-Phänomen entstanden, haben sich die Verschwörungstheorien der QAnon-Bewegung in den letzten Jahren stark verbreitet und Menschen weltweit zu Straf- und Gewalttaten motiviert. In Deutschland werden die meisten nicht-englischsprachigen Anhängerinnen und Anhänger der QAnon-Bewegung vermutet. Vor allem Reichsbürger/Selbstverwalter sind aufgrund einer geteilten fundamentalen staatsfeindlichen Haltung und aufgrund des ausgeprägten Glaubens an Verschwörungstheorien in besonderem Maße anfällig für die Inhalte der QAnon-Bewegung. Der vorliegende Beitrag beleuchtet die Ergebnisse eines Forschungsprojekts des Kompetenzzentrums gegen Extremismus (konex BW) des Landeskriminalamts, in welchem die ideologische Verschmelzung der beiden Ideologien in Deutschland näher betrachtet und Implikationen für die Sicherheitsbehörden abgeleitet wurden.

Recht aktuell

LG Nürnberg-Fürth v. 13.11.2023 - 12 Qs 72/23 / Vahle, Jürgen, Zum Beweisverwertungsverbot bei rechtswidriger Durchsuchung, Krimi 2024, 298

BGH v. 2.8.2023 - 5 StR 80/23 / Vahle, Jürgen, Zu den Voraussetzungen eines entschuldigenden Notstands, Krimi 2024, 298-299

BMJ v. 19.12.2023 - / Vahle, Jürgen, Referentenentwurf: Gesetzliche Regelung des Einsatzes von V-Personen, Krimi 2024, 299-300

LG Nürnberg-Fürth v. 6.12.2023 - 12 Qs 77/23 / Vahle, Jürgen, Durchsuchung eines Kinderzimmers, Krimi 2024, 300-301

Tagungsbericht

Hartleb, Florian, Präventionsgipfel in Österreich (11./12.3.2024), Krimi 2024, 301-303

Kriminalistik – Schweiz

Kübli, Beatrice, Legen Sie einfach auf!, Krimi 2024, 304-307

Die Schweizerische Kriminalprävention ist als kleine Fachstelle für alle Belange der Kriminalprävention zuständig und arbeitet in der Regel für die städtischen und kantonalen Polizeikorps der Schweiz. Manchmal richtet sie ihre Kampagnen auch direkt an die Bevölkerung. Dies konnte in der unten beschriebenen Kampagne durch eine finanzielle Unterstützung der Politik breit durchgeführt werden. Im folgenden Beitrag soll aufgezeigt werden, wie eine Präventionskampagne gegen Telefonbetrug in der Schweiz aufgegleist, finanziert und umgesetzt wurde. Zudem, welches Konzept dahinterstand und welches Fazit daraus gezogen werden kann.

Kriminalistik – Campus

Baumgart, Björn, Mikroexpressionen in polizeilichen Vernehmungen, Krimi 2024, 308-314

Vernehmungen von Zeugen und Beschuldigten zählen zu den Kernprozessen polizeilicher Arbeit. Daher finden sich die Ausbildung in und das Training von Vernehmungen in den Curricula der polizeilichen Fachhochschulen von Bund und Ländern ebenso wie in der Fortbildung. Neben den ethischen und rechtlichen Aspekten sowie den psychologischen Grundlagen wird auch die praktische Durchführung von Vernehmungen in unterschiedlichen Kontexten vermittelt. Ziel von polizeilichen Vernehmungen ist u.a. die rechtsförmige sowie ethisch vertretbare und möglichst vorurteilsfreie Gewinnung von für das jeweilige Verfahren relevanten Informationen. Diese können sich sowohl auf objektive Umstände (z.B. Handlungsablauf, Beteiligte, verwendete Tatmittel) als auch auf subjektive Umstände (z.B. Motive, subjektive Tatbestandsmerkmale) beziehen. In jedem Fall besteht ein großes Interesse an wahrheitsgemäßen Angaben. Daher ist es nicht verwunderlich, dass immer wieder nach Methoden gesucht wird, bereits in der Vernehmungssituation falsche von wahren Aussagen unterscheiden zu können. Ein Ansatz, der als besonders vielversprechende beworben wird, ist die Analyse von Mikroexpressionen. Dies greift Herr Baumgart in seiner Hausarbeit auf, indem er versucht, anhand aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse die Einsatzmöglichkeiten und Grenzen von Mikroexpressionen in polizeilichen Vernehmungen darzustellen. (Redaktion: Matthias Lapp)

Schulz, Lasse, Der Mythos des “Großen Austauschs“ als Meta-Erzählung des globalen Rechtsextremismus, Krimi 2024, 314-320

Verschwörungstheorien haben sich in vielfältiger Form etabliert und eine beachtliche Anhängerschaft gewonnen. Unterschiedliche Kommunikationsplattformen des Internets sind dabei für ihre öffentliche Verbreitung und Präsenz und damit der Gewinnung weiterer Anhänger sowie die Radikalisierung von entscheidender Bedeutung. Einzelne in- und ausländische Anschlagsereignisse weisen ferner Bezüge zu Verschwörungstheorien auf und es stellt sich die Frage, welches Gefährdungspotential den Theorien innewohnt, welche Kausalitäten bestehen. In dem folgenden Beitrag, geht der Autor dieser Frage am Beispiel der Verschwörungstheorie des “Großen Austauschs“ nach und wendet sich einem Vergleich der Präventionsprogramme “National Strategy for Countering Domestic Terrorism“ der USA und dem deutschen “Aktionsplan gegen Rechtsextremismus“ zu. (Redaktion: Joachim Faßbender)

Autoren

 KD i.H. Joachim Faßbender, Prof. Dr. Sigmund P. Martin, LL.M. (Yale)