15.04.2026

Online-Verfahren vor Zivilgerichten: Start des Erprobungsbetriebs

An acht Amtsgerichten hat am 15.4.2026 die Erprobung des zivilgerichtlichen Online-Verfahrens begonnen. Zu diesem Zweck hat das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz eine erste Version eines digitalen Eingabesystems freigeschaltet. Über das Eingabesystem können Bürgerinnen und Bürger in einem schrittweisen Verfahren eine Klage erstellen und bei einem der teilnehmenden Amtsgerichte einreichen.

Das zivilgerichtliche Online-Verfahren steht im Rahmen der Erprobung zunächst für Zahlungsklagen mit einem Streitwert bis 10.000 € offen. Bei dem Online-Verfahren handelt es sich um eine eigene Verfahrensart mit eigenen Regeln. Der gesetzliche Rahmen wurde 2025 mit dem Gesetz zur Entwicklung und Erprobung eines Online-Verfahrens in der Zivilgerichtsbarkeit geschaffen. Das 12. Buch der Zivilprozessordnung erlaubt die Einrichtung von Reallaboren, mit denen Testräume eröffnet werden, um innovative Technologien und Kommunikationsformen sowie neue Verfahrensabläufe unter realen Bedingungen zeitlich befristet zu erproben. Das Verfahren soll vollständig digital geführt werden und für Bürgerinnen und Bürgerinnen günstiger und weniger aufwändig sein als ein herkömmliches Zivilverfahren.

In den kommenden Wochen und Monaten sollen weitere Amtsgerichte den Erprobungsbetrieb des zivilgerichtlichen Online-Verfahrens aufnehmen. Geplant ist derzeit eine Erprobung an 18 Amtsgerichten in zehn Bundesländern. Für einige teilnehmende Amtsgerichte beschränkt sich die Teilnahme auf die Geltendmachung von Fluggastrechten.

Ziel der Erprobung ist es, frühzeitig Feedback zum Verfahren und den digitalen Eingabesystemen einzuholen und es kontinuierlich anzupassen und zu erweitern. Durch das zivilgerichtliche Online-Verfahren soll ein wichtiger Beitrag zur Digitalisierung der Justiz geleistet werden.

Weitere Informationen über das zivilgerichtliche Online-Verfahren finden Sie hier.

Mehr zum Thema:

Aufsatz
Lukas Beck
Die Entwicklung und Erprobung eines Online-Verfahrens in der Zivilgerichtsbarkeit
MDR 2026, 409

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Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz