Kriminalistik Unabhängige Zeitschrift für die kriminalistische Wissenschaft und Praxis
Bereits seit über 75 Jahren erscheint KRIMINALISTIK als unabhängige Zeitschrift für die kriminalistische Wissenschaft und Praxis. Sie behandelt regelmäßig Themen u.a. aus den Bereichen Kriminalpolitik, Kriminologie, Kriminaltechnik, Kriminalprävention, Strafrecht, Polizeiliche Aus- und Fortbildung sowie Rechtsmedizin. Inklusive Online-Archiv der Kriminalistik seit 1999.
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Beschreibung
Die Kriminalistik liefert in 11 Ausgaben pro Jahr fundierte Informationen und Beiträge kompetenter Fachleute zu aktuellen Themen aus den Bereichen Kriminalpolitik, Kriminalistik, Kriminologie, Kriminaltechnik, Kriminalprävention, Strafrecht, Polizeiliche Aus- und Fortbildung und Rechtsmedizin. Rubriken wie Recht Aktuell, Kriminalistik Schweiz, Kriminalistik-Campus sowie Literatur runden den Inhalt ab.
Umfassende Informationen zur aktuellen Ausgabe und Online-Archiv mit Zugriff für Abonnenten auf die Inhalte aller Kriminalistik-Ausgaben seit 1999 auf www.kriminalistik.de.
Erscheinungsweise:
11 x jährlich
Aktuelles Heft
Heft 2/2026
Editorial
Faßbender, Joachim / Martin, Sigmund P., Editorial, Krimi 2026, 65
Beiträge
Ebel, Michael, Tatort Blockchain, Krimi 2026, 66-72
Kryptowährungen haben sich von einer Randerscheinung zu einem festen Bestandteil globaler Finanzströme entwickelt. Ihre Dezentralität und internationale Reichweite erschweren klassische Finanzermittlungen, eröffnen durch die Transparenz der Blockchain jedoch auch neue Chancen. Der Beitrag zeigt, warum Finanzermittler im Zentrum dieser Ermittlungen stehen, wie externe Sachverständige ergänzend wirken und welche Grenzen durch Privacy-Coins, Mixer und internationale Lücken bestehen. Im Fokus steht die Vermögensabschöpfung als zentrale Zielachse: Nur durch standardisierte Methoden und internationale Kooperation kann verhindert werden, dass Straftaten im digitalen Raum dauerhaft profitabel bleiben.
Feltes, Thomas / Dettmeyer, Reinhard / Roos, Peter, Der lagebedingte Erstickungstod (LET), Krimi 2026, 72-80
Ein lagebedingter Erstickungstod (LET) kann eintreten, wenn eine Person in einer Position gehalten wird, die ihre Atmung behindert. Dies kann zu Sauerstoffmangel im Körper und zum tödlichen Herzstillstand führen. Auch bei regelgerechter Anwendung unmittelbaren Zwanges kann ein LET auftreten. Der Beitrag beschreibt, worum es sich dabei handelt und gibt Hinweise, wie der LET verhindert werden kann. Aus medizinischer Sicht werden die physiologischen Zusammenhänge dargestellt, um das Risiko eines solchen Todes besser einzuschätzen und Abläufe, die zum Tod führen, bewerten zu können. Die Problematik der Ermittlungen wird ebenso diskutiert wie die Frage, ob und wie der LET bei einer Obduktion erkannt werden kann.
Chevalier, Cathrin / Wittmann, Simone, Denk- und Entscheidungsfehler in Ermittlungen, Krimi 2026, 80-87
Kriminalistische Ermittlungen sind komplexe Problemlöseprozesse, die kognitive und soziale Fehler begünstigen können. Aufbauend auf psychologischen Erkenntnissen untersucht der Beitrag typische Fehlerarten sowie fehlerfördernde Bedingungen bei Ermittlern. Eine Befragung von erfahrenen und angehenden Kriminalisten zeigt: Fehlerbegünstigende Arbeitsbedingungen werden als typisch wahrgenommen, die eigene Fehleranfälligkeit jedoch unterschätzt. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung psychologischer Reflexionskompetenz und gezielter Fehlerprävention in kriminalistischer Ausbildung und Praxis.
Gluba, Alexander / Boll, Lukas, “Clankriminalität“, Krimi 2026, 88-94
In den Diskussionen um “Clankriminalität“ wird regelmäßig betont, dass diese das Sicherheitsgefühl stark durch eine besondere Tatqualität und -schwere beeinflussen kann. Doch ist dies der Fall? Lassen die statistischen Merkmale der durch die Polizei erfassten “Clankriminalität“ diesen Schluss zu? Dieser Frage wird in diesem Aufsatz nachgegangen und zudem geprüft, ob ein Zusammenhang zwischen dem Ausmaß der “Clankriminalität“ und dem Sicherheitsgefühl besteht.
Alkan-Mewes, Kenan, Die Kunst der Vernehmung, Krimi 2026, 94-97
Vernehmung und Glaubhaftigkeitsbegutachtung sind nicht selten zentrale Bausteine eines Strafverfahrens, insbesondere, wenn Aussage gegen Aussage beziehungsweise Aussage gegen Schweigen steht – sie folgen jedoch unterschiedlichen Logiken und Zielen. Diese Unterschiede führen nicht selten zu Schwierigkeiten: Ungeeignete Vernehmungstechniken können die spätere aussagepsychologische Begutachtung erheblich erschweren oder sogar unmöglich machen. Der vorliegende Beitrag zeigt aus rechtspsychologischer Perspektive, wie eine sachgerechte Vernehmung die Aussageanalyse unterstützt und beleuchtet typische Probleme.
Herden, Frederik / Pfeiffer, Tim / Bannenberg, Britta, Waffenverbotszonen an Kriminalitätshotspots: Eine kurze Bestandsaufnahme – Teil 1, Krimi 2026, 98-104
In Deutschland werden zunehmend Waffenverbotszonen an identifizierten Kriminalitätshotspots errichtet. Es mangelt jedoch an empirischer Evidenz zu ihrer Wirkung. Der erste Teil des Beitrags liefert einen kompakten Überblick über die Verbreitung entsprechender Zonen in Deutschland und skizziert den defizitären nationalen Forschungsstand. Im zweiten Teil des Beitrags wird vor allem auf internationale Forschungserkenntnisse aus anderen relevanten Themenbereichen zurückgegriffen, um sich der Frage nach möglichen Auswirkungen von Waffenverbotszonen zu nähern.
Reuter, Manfred, Die Novellierung des Bundeskriminalamtgesetzes, Krimi 2026, 105-108
Das aus Entscheidung des BVerfG – 1 BvR 1160/19 vom 28.10.2024 resultierende Novellierungserfordernis des § 45 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 des Bundeskriminalamtgesetzes wurde fristgerecht umgesetzt. Die erfolgten Anpassungen werden in dem nachfolgenden Beitrag im Lichte des Verfassungsgerichtsentscheids eingeordnet.
Recht aktuell
BVerwG v. 13.3.2025 - 2 C 8/24 / Vahle, Jürgen, Dienstunfall eines Polizeibeamten bei Reparaturversuch in einem Arbeitsraum?, Krimi 2026, 108-109
BGH v. 24.6.2025 - 3 StR 138/25 / Vahle, Jürgen, Eigenermittlungen der Verteidigung und ihre Grenzen, Krimi 2026, 109-110
OVG NRW v. 8.7.2025 - 5 B 579/25 / Vahle, Jürgen, Messerführungsverbot zur Abwehr von Gewaltdelikten, Krimi 2026, 110-111
Kriminalistik – Schweiz
Jositsch, Daniel / de Tribolet-Hardy, Fanny / Bogdanovic, Natalija, Therapie statt Strafe – Teil 1, Krimi 2026, 112-117
Der Beitrag beleuchtet die Hintergründe, Prävalenz und Dynamiken von Online-Sexualstraftaten zum Schaden von Kindern. Er erläutert zentrale Begriffe wie CSAM, Grooming sowie pädo- und hebephile Präferenzmuster, zeigt die Bedeutung des Dunkelfeldes auf und analysiert die einschlägigen strafrechtlichen Tatbestände, insbesondere Art. 197 StGB. Der zweite Teil des Beitrags erscheint in der nächsten Ausgabe und widmet sich den präventiven und therapeutischen Interventionsmöglichkeiten.
Kriminalistik – Campus
Steiger, Johanna, Bedeutung und Möglichkeiten der forensischen Linguistik im digitalen Zeitalter, Krimi 2026, 118-122
Die forensische Linguistik untersucht die Autorenschaft von Texten im Zusammenhang mit Straftaten. Sie zieht damit Schlüsse aus dem individuellen Sprachgebrauch und dient als Informationsquelle in laufenden Ermittlungen, unter bestimmten Voraussetzungen darüber hinaus als Beweismittel. Mit der Digitalisierung einhergehend haben sich Veränderungen in Quantität und Qualität von Tätertexten ergeben, bis hin zur Nutzung von KI zur Texterstellung. Damit stellt sich die Frage, inwieweit diese Entwicklung die forensische Linguistik beeinflusst. Hierzu führt der folgende Beitrag, eine Hausarbeit im Masterstudiengang “Öffentliche Verwaltung – Polizeimanagement“ an der Deutschen Hochschule der Polizei, unter Berücksichtigung strategischer Implikationen aus. (Redaktion: Joachim Faßbender)
Graf von Schwerin, Lukas, Cybergrooming und die Rolle der Polizei, Krimi 2026, 123-128
Die Verfolgung von Straftaten im Internet stellt sich ebenso herausfordernd dar wie deren Prävention. Auch wenn eine sukzessive Anpassung des Strafrechts erfolgt, bleibt das Problem des Massenphänomens in vielen Erscheinungsformen ebenso bestehen, wie die Identifizierung des Straftäters. Dies mag bei sog. Bagatelldelikten hinnehmbar sein, bei Straftaten die die körperliche Integrität betreffen, kann der Staat dagegen sein Schutzversprechen womöglich nicht ausreichend erfüllen. Das Phänomen Cybergrooming, als zielgerichtete Vorbereitungshandlung einer späteren (schwereren) Straftat, wurde zwar 2004 unter Strafe gestellt, gleichwohl stehen den Ermittlungen schnell hohe Hürden entgegen. Ob die geltenden Datenschutzbestimmungen und ihre Anwendung in diesem Kontext die richtige Abwägung zwischen den jeweiligen Schutzinteressen treffen, ist zu hinterfragen. Ungeachtet dessen existieren eine Reihe weiterer Möglichkeiten, insbesondere um die Prävention und den Schutz der betroffenen Bevölkerungsgruppe zu verbessern, wie der nachfolgende Beitrag, welcher als Hausarbeit im Rahmen des Masterstudiengangs “Öffentliche Verwaltung – Polizeimanagement“ an der Deutschen Hochschule der Polizei entstanden ist, aufzeigt. Zuvor wir das Phänomen begrifflich eingeordnet und beschrieben. (Redaktion: Joachim Faßbender)
Autoren und Redaktion
KD i.H. Joachim Faßbender, Prof. Dr. Sigmund P. Martin, LL.M. (Yale)
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